Master in Tourismusmanagement an der Leuphana Uni – Ein Erfahrungsbericht

Erfahrungen Studium LeuphanaErst ein Diplom am Euro-Business College (heute EBC Hochschule), dann der Bachelor am New College Durham in Großbritannien und nun der Master Tourismusmanagement an der Leuphana Universität Lüneburg – Ann-Marie hat sich in den vergangenen Jahren an verschiedenen Hochschulen zur Expertin im Bereich Tourismus ausbilden lassen. Nun ist sie bereit für den Sprung ins Berufsleben und hat sich kurz vorher noch den Fragen von Tourismus-Studieren.de zu Ihrem Studium gestellt.

Ann-Marie, du hast schon 1999 dein erstes Praktikum in einem Hotel absolviert. Stand der Weg zur Tourismusmanagerin für dich schon immer fest?

Zu Beginn wollte ich eine Ausbildung als Hotelfachfrau machen, denn Studium und Hotellerie standen zu diesem Zeitpunkt noch nicht in einem engen Zusammenhang. Um im Hotelmanagement arbeiten zu können, schien eine Ausbildung unabdingbar. Nachdem ich Erfahrungen in der gehobenen Hotellerie (Privathotel Eggers, Maritim Hotel Reichshof, Hotel Cheyenne/ Disneyland Paris) und auch in der Schifffahrt gemacht hatte, entschloss ich mich für den neuen Studiengang Tourismusmanagement am Euro-Business-College Hamburg (Anmerkung: Mittlerweile die EBC Hochschule), an dem ein idealer Mix aus Praxis und Theorie angeboten wurde.

Du hast erst am EBC einen nicht-staatlichen Abschluss in „Tourism- und Eventmanagement“ gemacht und dann am New College Durham den Bachelor of Arts (Honours). Wieso hast du dich für diesen Studienverlauf entschieden?

Wenn man eine private Fachhochschule besucht hat, gibt es immer noch Vorurteile. Es heißt, man bezahle für seinen Abschluss und bekäme diesen fast geschenkt. Ich wollte den direkten Vergleich. Hierbei habe ich erkannt, dass das EBC eine tolle Institution ist, für die man zwar eine Menge Geld bezahlt, aber die Ausbildung dies absolut wert ist. Die Theorie, die wir hier durch hoch qualifizierte Dozenten vermittelt bekommen haben, war die Basis für das Studium in Lüneburg, wo das Wissen durch Projekte in der Praxis genutzt wurde. Die Studiengänge haben sich absolut ergänzt.

Stand der Entschluss, nach dem Bachelor noch einen Tourismusmanagement Master zu machen, früh fest?

Nein überhaupt nicht. Nach dem Studium in England bekam ich ein tolles Angebot bei Marriott das Traineeprogramm in London mitzumachen. Nach einem Assessment Center kam ich von 3.800 Bewerbern unter die 80 ausgewählten Kandidaten. Drei Wochen bevor ich nach England gehen sollte, bekam ich die Zusage aus Lüneburg. Da ich zu diesem Zeitpunkt aus familiären Gründen in Hamburg bleiben wollte und ich nach dem Traineeship evtl. nie wieder den Elan hätte weiter zu studieren, bzw. zu „alt“ wäre den Master zu machen, beschloss ich erneut zu studieren.

SRH Riedlingen Tourismus

Wie hast du dich denn informiert, welcher Master der richtige für dich ist?

Für mich stand fest, dass ich weiter im Bereich des Tourismusmanagements bleiben wollte mit den Schwerpunkten Destinationsmarketing und Hotelmanagement, deshalb ist Lüneburg ideal, wenn man in Norddeutschland bleiben will.

Letztendlich hast du nun an der Leuphana Universität Lüneburg den Master Tourismusmanagement gewählt. Wie läuft so ein Master-Studium ab und was sind die Studieninhalte?

Das Master-Studium ist sehr breit gefächert und enthält Pflicht- als auch Wahlfächer. Traditionelle Kurse sind das Destinationsmangement, Freizeitsoziologie oder auch Tourismuspsychologie. Der philosophische Ansatz des Tourismus wird durch Fächer wie z.B. Reisen als Kulturelle Praxis ergänzt. Neue Aspekte werden in E-Commerce oder auch Nachhaltigkeit aufgegriffen. Besonders toll waren praxisnahe Projekte zum Place Branding in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt oder auch die Vermarktung des Weltkulturerbes in Elche/ Spanien.

Was sind denn die Hauptunterschiede eines Master-Studiums im Vergleich zum Bachelor?

Das Bachelorstudium war meiner Ansicht nach sehr trocken und theoretisch. Hier wurden betriebswirtschaftliche Schwerpunkte gewählt (u.a. Porter). Toll war das internationale Umfeld in Durham/ England. Im Master-Studium waren wie schon erwähnt die Praxis-Projekte eine super Erfahrung. Hier konnten auch gute Kontakte zu Firmen geknüpft werden. Es gab auch Vorträge zu aktuellen und sehr interessanten Themen (u.a. Place Branding). Ideal im Master waren der eher schulische Aufbau und die Arbeit in kleinen Gruppen wie im Klassenverband. Hierbei waren wir 30 Studenten mit 11 verschiedenen Nationalitäten (u.a. Russland, Japan, China, Brasilien).

In welchem Bereich/ in welcher Branche möchtest du nach deinem Studium arbeiten? Während deines Masters hast du ja die Schwerpunkte Marketing und Freizeitforschung gewählt.

Mein Ziel ist es irgendwann ein eigenes Hotel in Portugal zu haben und dann Stück für Stück mit einer kleinen Luxuskette die Welt zu erobern. 🙂 Der Weg dahin ist aber noch lang. Gerade konnte ich tolle Erfahrungen bei der Hamburg Tourismus GmbH sammeln. Destinationsmarketing finde ich sehr spannend. Die Idee eine Stadt zu vermarkten ist relativ neu und hat auch viele Kritiker. Es ist eine Herausforderung alle Akteure in einer Stadt unter einen Hut zu bringen und das Potential der Stadt auch im Ausland bekannt zu machen. Zudem feiert unser Familienunternehmen dieses Jahr 20 jähriges Jubiläum… Wir bauen Verkehrsübungsplätze für Kinder mit kleinen Mini-Autos und sind mit diesem Lizenzsystem in 15 Ländern. Da es hier v.a. um internationales Dienstleistungsmarketing geht, möchte ich diese Idee zudem weiterführen und leiten.

Du hast neben deinem Studium noch jede Menge Praktika im In- und Ausland absolviert und somit Praxiserfahrung gesammelt. Worauf sollten Tourismus-Studierende bei der Wahl des Praktikums achten?

Nicht jeder kann sich überall ein Praktikum leisten. Meist ist die Bezahlung schlecht und ein Student muss ja auch seine Miete bezahlen und sonstige Kosten tragen können. Ich habe hierbei einen Studienkredit für den Master aufgenommen. Bei den Firmen, die für das Praktikum in Frage kommen, machen natürlich große Namen etwas her, aber kleine Unternehmen bieten sicherlich Vorteile. Hier kann man sich kreativer und aktiver einbringen und bekommt einen Einblick in alle Bereiche, die enger verzahnt sind.

Du kannst nun auf einige Studienjahre zurückblicken und hast viele Erfahrungen gemacht. Auf welche Hauptpunkte sollten Interessenten bei der Wahl eines Tourismus-Studiums achten? Gibt es Unterschiede bei der Wahl eines Bachelor- und Master-Studiums?

Das kommt natürlich ganz auf die Interessen an. Wichtig ist dem dem Studium Praxiserfahrung zu sammeln, so dass man sich sicher ist, in welchem Bereich man später tätig werden will. So würde ich empfehlen nicht direkt an den B.A. den Master zu „hängen“, sondern erst einmal ein Jahr zu arbeiten. So kann man sich besser in den Praxiprojekten im Master profilieren und spricht in den Seminaren aus Erfahrung. Dies wird durch viele Dozenten sehr geschätzt.

In Kürze wirst du deinen Tourismusmanagement Master erfolgreich abschließen. Wenn du noch mal von vorne beginnen müsstest – würdest du dich wieder genauso entscheiden?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin mit meinen Entscheidungen sehr zufrieden und habe nur positive Resonanz auf meinen Lebenslauf erhalten. Ich bin gespannt, was mich nun nach meinem Studium auf den freien Markt erwartet.

Ann-Marie, wir bedanken uns herzlich für das Interview und wünschen dir viel Erfolg auf deinem Berufsweg.

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