Das Motivationsschreiben für die Bewerbung zum Studium – Sinn, Inhalt und Vorlagen

MotivationsschreibenDiesen Begriff hört man in Zusammenhang mit Bewerbungen immer öfter: Ein Motivationsschreiben kann den persönlichen Unterlagen das I-Tüpfelchen aufsetzen. Es wird besonders bei Studiengängen verlangt, die an ein Auswahlverfahren gebunden sind, denn dort sind die Plätze begrenzt. Einige Hochschulen führen es als Voraussetzung an, oft ist es auch eine freiwillige Sache. In jedem Fall lohnt es sich, das Thema einmal näher zu betrachten.

Warum gerade ich?

Um diese Frage geht es im Motivationsschreiben. Personalchefs bzw. Bildungseinrichtungen möchten ihre freien Plätze natürlich nur an Menschen vergeben, die hundertprozentig von der Sache überzeugt und perfekt dafür geeignet sind. Die Zahl der Studienabbrecher soll sich so weit wie möglich in Grenzen halten. Wer motiviert ist, bleibt weitaus eher dabei als jemand, der sich z. B. nur für ein Studium entscheidet, weil die Eltern es wünschen.

Sich selbst präsentieren

In diesem Teil der Bewerbung geht es also darum, die eigenen Beweggründe zu erläutern. Zugleich ist das Motivationsschreiben eine sehr gute Möglichkeit, sich auf positive Weise in der Flut der eingehenden Bewerbungen hervorzuheben. Bereits vor einem persönlichen Vorstellungsgespräch kannst du dich also mit all deinen Stärken präsentieren und durch sprachliche Gewandtheit überzeugen, vorausgesetzt, das Schreiben ist ansprechend verfasst ‒ mehr dazu gleich. Im Auswahlverfahren kann es dir den entscheidenden Vorsprung verschaffen, schließlich würde jeder bei zwei Bewerbern mit ansonsten vergleichbarer Qualifikation die Person bevorzugen, die ihre Ziele überzeugender vertritt.

Aussagekräftiger als ein Lebenslauf

Das Abschlusszeugnis informiert über schulische Leistungen, der Lebenslauf listet die wesentlichen persönlichen Fakten auf. Die paar Zeilen im Anschreiben hinterlassen einen ersten Eindruck der sich bewerbenden Person. Dieser Text wird mitunter auch als „Ersatz“ für ein Motivationsschreiben bezeichnet, denn im Anschreiben werden üblicherweise die Beweggründe kurz erläutert. Besser aber kommt die Motivation in einem eigenen, ausführlicheren Schreiben zum Ausdruck. Es ergänzt die Zahlen und knappen Fakten der anderen Bewerbungsunterlagen also auf ideale Weise. So könntest du im Motivationsschreiben darauf hinweisen, schon seit früher Kindheit viel auf Reisen gewesen zu sein, wodurch sich ein starkes Interesse für andere Mentalitäten und Sprachen entwickelte. Erfahrungen wie diese können in der Tourismusbranche wegweisend sein.

Sich Zeit für das Schreiben nehmen

Motivationsschreiben StudiumWenn du ein Motivationsschreiben verfassen sollst oder möchtest, solltest du dir dafür ausreichend Zeit nehmen und zunächst Notizen anfertigen. Beantworte dir selbst Fragen wie diese:

  • warum möchte ich unbedingt Tourismusmanagement studieren?
  • weshalb habe ich mich gerade für diesen Studiengang und diese Hochschule entschieden?
  • der akademische Abschluss ist mir wichtig, weil … (warum keine Aus- und Weiterbildung?)
  • welche meiner Fähigkeiten, Interessen und Vorerfahrungen sind relevant für dieses Studium?
  • welche langfristigen Ziele möchte ich erreichen?

Eine Besonderheit stellt das duale Studium dar: Wenn du dich für diese anspruchsvolle Kombination aus Theorie und vertiefter Praxis bewirbst, solltest du diesen Aspekt auch besonders begründen können. Durch das „Brainstorming“ setzt du sich noch einmal ausführlich mit dem angestrebten Studium auseinander. Je nach Typ kann es hilfreich sein, die Liste im Dialog mit anderen aufzustellen oder lieber in Ruhe in sich zu gehen.

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Gut vorbereitet

Falls dir kaum Begründungen einfallen oder du sehr lange überlegen musst, solltest du kritisch hinterfragen, ob dieser Studiengang wirklich der richtige für dich ist. Wenn sich das Blatt schnell mit schlagkräftigen Argumenten füllt, wird dies deine Überzeugung noch mehr stärken. Das Ausformulieren des Motivationsschreibens fällt dann umso leichter. Die einzelnen Aspekte sind nun noch fester in deinem Bewusstsein verankert und werden auch im persönlichen Vorstellungsgespräch flüssiger von den Lippen gehen.

Den Studiengang kennen

Viele Studiengänge heißen „Tourismusmanagement“ ‒ das bedeutet nicht, dass die Struktur stets die gleiche ist. Im Gegenteil kann es erhebliche Unterschiede hinsichtlich Vertiefungsrichtungen, Praxisanteilen, Fremdsprachen usw. geben. Im Motivationsschreiben sollte deutlich werden, dass der Bewerber sich wirklich mit dem konkreten Studiengang auseinandergesetzt hat. Es wäre unpassend, etwas von den „Vorteilen eines kompletten Auslandssemesters“ zu schreiben, wenn bei der betreffenden Hochschule nur ein mehrwöchiges Auslandspraktikum vorgesehen ist.

Die Branche kennen

Vergleichbares gilt für Branchenkenntnisse: Wer konkret weiß, was Arbeiten im Bereich Tourismus bedeutet, kann zusätzlich punkten. Falls du also die Realität der Branche bereits z. B. durch passende Praktika und Nebenjobs kennengelernt hast, solltest du dies im Motivationsschreiben besonders betonen. Denke auch daran, dich gut über die Bildungseinrichtung zu informieren. Details wie Größe, Zahl der Studierenden, Referenzen, staatliche Anerkennung und Auslandskooperationen können zum Beispiel als Entscheidungskriterium genannt werden.

Das Schreiben formulieren

Auf der Basis dieser Notizen kann nun ein umfassendes Motivationsschreiben entstehen. Auf jeden Fall sollte es persönliche Interessen, Stärken und Ziele widerspiegeln, und zwar konkret auf den Studiengang bezogen. Du könntest diese drei Punkte z. B. durch Zwischenüberschriften gliedern. Grundsätzlich gibt es für die Ausgestaltung keine formalen Vorgaben, auf sprachliche Klarheit und Fehlerfreiheit solltest du jedoch unbedingt achten. Hinsichtlich der Länge gilt: Eine, höchstens zwei DIN A-4 -Seiten.

Individualität und Sprache

Im Motivationsschreiben sollte sich auch die eigene Persönlichkeit offenbaren. Das bedeutet: Standardtexte sind tunlichst zu vermeiden. Wer etwa von Internet-Beispielen abschreibt, läuft Gefahr, dass es viele so machen. Das könnte bei der Durchsicht auffallen. Und: Bei internationalen Studiengängen wird häufig ein „Letter of motivation“ verlangt, also ein englischsprachiges Motivationsschreiben.

>> Allgemeine Fragen zur Studienplatz-Bewerbung klärt übrigens dieser Beitrag. Wenn du dich für ein weiterführendes Studium im Ausland interessierst und du deinen Master in Tourismus an einer ausländischen Universität belegen möchtest, dann findest auf der Seite www.studentenhilfen.de hilfreiche Hinweise, wie du dein Motivationsschreiben überzeugend gestalten kannst.

Beispiel für ein Motivationsschreiben

Jetzt haben wir viel zum Motivationschreiben erklärt und beschrieben. Zur Verdeutlichung haben wir aber auch ein Beispiel erstellt: Beispiel/ Vorlage für ein Motivationsschreiben

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