Jobs in der Tourismusbranche: Online Marketing Management

Tourismusmanager Erfahrungen InterviewsWelche Berufsmöglichkeiten stehen nach einem Tourismusmanagement Studium eigentlich offen? In unserer Rubrik „Jobs in der Tourismusbranche“ geben Beschäftigte aus der Tourismusbranche Einblicke in ihr Berufsleben. Für das nachfolgende Interview hat sich dankenswerterweise Andreas Mauter, Online Marketing Manager bei der HolidayInsider AG, Zeit genommen und berichtet aus seinem Berufsalltag.

Lieber Herr Mauter, Sie haben an der Hochschule München Tourismusmanagement studiert und sind der Tourismusbranche auch nach dem Studienabschluss treu geblieben. Was reizt Sie an der Touristik?

Mir gefällt das „Produkt“, das die Tourismusbranche anbietet. Urlaub ist heutzutage ein zentrales Konsumgut in unserer Gesellschaft, auf das nur äußerst ungern verzichtet wird. Außerdem macht es Spaß etwas zu vermarkten, mit dem sich Menschen gerne auseinandersetzen (wo ist das in der Werbung schon so) und das für Viele letztlich die schönste Zeit des Jahres darstellt.

Sie arbeiten bei der HolidayInsider AG. Auf welchem Gebiet der Tourismusbranche ist das Unternehmen aktiv?

HolidayInsider vermittelt über das eigene Web-Portal sowie viele weitere Affiliate-Partner Unterkünfte aller Art für Urlaub in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dazu zählen klassischerweise Ferienwohnungen und Ferienhäuser genauso wie Hotels und Pensionen aber auch sehr außergewöhnliche Unterkünfte wie Reetdachhäuser, schwimmende Häuser oder urige Berghütten.

Kommen wir zu Ihrem Beruf: Welche Aufgaben haben Sie als Online Marketing Manager?

Das Aufgabenprofil eines Online Marketing Managers ist extrem vielfältig. Vereinfacht gesprochen ist der Kern der Tätigkeit dafür zu sorgen, dass Nutzer im Internet auf das eigene Produkt aufmerksam werden, die Unternehmenswebseite besuchen und – in unserem Fall – Ihren Urlaub über unser Portal buchen.

Was einfach klingt hat gerade heutzutage enorm viele Facetten: Über welche Kanäle erreichen Sie Ihre potenzielle Kunden – und zu welchem Preis? Wie ist der optimale Split des vorhandenen Budgets über die verschiedenen Online-Marketing-Kanäle? Entscheidend ist es alle Kanäle und deren jeweilige Besonderheiten zu kennen: Investiere ich heute lieber kurzfristig in Suchmaschinenwerbung (SEA) wie Google AdWords oder in den Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO) um hier langfristig ganz oben in den Suchergebnissen zu erscheinen – oder doch besser in klassische Bannerwerbung (DEM)…

Auch darf man niemals vergessen, dass in der Touristik ganz andere Spielregeln gelten als im klassischen E-Commerce: Wir verkaufen keine Lagerbestände von sagen wir mal „Science-Fiction Büchern“. Einen Urlaub bucht man nicht „so mal eben“ – hier gibt es wesentlich längere Recherchedauern bis eine Entscheidung getroffen wird. Es besteht eine viel höhere Unsicherheit bei den Konsumenten eine falsche Entscheidung zu treffen (das Buch können Sie ja einfach zurückschicken wenn es Ihnen nicht gefällt…).

Außerdem sind touristische Leistungen sehr komplex: Hat der Kunde besondere Reisebedürfnisse (z.B. seinen Hund, der mitreist oder Kinder, die nur zu Ferienzeiten vereisen können usw.)? Mitunter können selbst so unberechenbare Faktoren wie die Wettervorhersage schon dafür ausschlaggebend sein, ob Sie am kommenden Wochenende Ihre Online Marketing Aktivitäten intensivieren oder reduzieren sollten. All dies müssen Sie als Online Marketing Manager in der Touristik berücksichtigen, wenn Sie ein Produkt erfolgreich vermarkten wollen!

Da gerade die Marketingbudgets in Unternehmen der Dienstleistungsbranche einen hohen Anteil an den Gesamtausgaben haben, verantwortet man meist sehr hohe Budgets. Extern arbeitet man in der Regel mit verschiedenen Agenturen zusammen, die intern geplante Marketingkampagnen dann in den jeweiligen Medien umsetzen.

Ein nicht zu unterschätzender Schwerpunkt der Tätigkeit ist auch die Erfolgsevaluierung der durchgeführten Maßnahmen und ein gewisser Feedbackprozess in Richtung des Produktmanagements: Hierbei geht es um zentrale Metriken im Bereich Web-Analyse. Also wie hoch war der Anteil der über eine Kampagne gewonnen Webseitenbesuchern, die auch eine Buchung durchgeführt haben (Conversionrate), wie viele Nutzer verlassen die Webseite auf der so genannten Landingpage einer Kampagne sofort wieder (Bounce-Rate) und viele weitere. Ziel ist es hier auch das eigene Produkt kontinuierlich zu verbessern, sodass die Marketing-Aktivitäten mit der Zeit immer effizienter werden.

Das spannende ist für mich eben genau diese Vielfältigkeit und Zusammenarbeit mit den verschiedensten internen Bereichen. Das lässt die Arbeit nie langweilig werden und verbessert langfristig Produkt (in unserem Fall unsere Webseite) sowie unsere Marketing-Kampagnen.

Zum Schluss noch ein Ratschlag an kommende Tourismusmanager: Was würden Sie jungen Studieninteressenten bzw. Studierenden raten, damit der erfolgreiche Sprung in die Tourismusbranche gelingt?

Das Studium ist der ideale Zeitpunkt um für die spätere Berufswahl auch möglichst viele praktische Eindrücke zu gewinnen: Zum einen kann ich Ihnen nur raten auch mal „über den Tellerrand“ hinauszuschauen – besuchen Sie beispielsweise auch mal Vorlesungen außerhalb der klassischen betriebswirtschaftlichen Felder. Interdisziplinarität ist heute mehr denn je ein gefragter Profilbestandsteil!

Es gilt auch in verschiedene Jobs einfach einmal „reinzuschnuppern“ – wie sonst könnten Sie wissen welche Berufsfelder für Sie in Frage kämen? Am besten geht dies über Werkstudententätigkeiten. Das ist nebenbei auch noch gut für den Kontostand und sieht positiv im Lebenslauf aus!

Idealerweise schreiben Sie auch Ihre Abschlussarbeit direkt in einem Unternehmen – hier gibt es oft spannende projektbezogene Themen, für die Unternehmen im Alltagsgeschäft die Zeit fehlt. Mitunter kann dies auch der direkte Schlüssel zum Einstieg in den Job sein: Wenn das Unternehmen Sie und Ihre Leistung schätzt, steht einer direkten Übernahme häufig nichts mehr im Wege!

Vielen Dank, lieber Herr Mauter, für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf! Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.

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