Erfahrungsbericht: Bachelor Tourismus-Management an der Hochschule München

Laura hat zunächst mit einem Studium der Kommunikationswissenschaften begonnen,  hat dann aber festgestellt, dass sie auf jeden Fall in die Tourismusbranche will und sich noch mal umentschieden. Dieses Jahr hat sie ihren Bachelor in Tourismus-Management an der Hochschule München abgeschlossen. Ob das der richtige Weg für sie war, erfährst du hier.

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Erfahrungsbericht

Laura Bachelor Tourismus-Management

Laura, wie kam es dazu, dass du dich für den Studiengang Tourismus-Management an der Hochschule München entschieden hast?

Für das Bachelorstudium Tourismus-Management habe ich mich entschieden, weil es mir persönlich als der passendste Studiengang erschien. Bei einem zuvor abgebrochenen Studium der Kommunikationswissenschaften habe ich gemerkt, dass mich wirtschaftliche Zusammenhänge interessieren und ich mehr über Unternehmensführung lernen wollte. Die Tourismusbranche hat mich immer interessiert und erste Jobs in diesem Bereich haben mich darin bestätigt, dass es eine Richtung ist, in die ich gerne gehen würde.

Ich hatte mir das Studium als optimalen Ausgleich aus touristischen und wirtschaftlichen Inhalten vorgestellt. Natürlich imponierte mir die internationale Ausrichtung und das Sprachenangebot zudem.

Wie genau läuft das Studium ab? Erzähl doch mal.

Die ersten drei Semester bestehen aus Grundlagen und hier brechen auch viele den Bachelor ab, weil sie merken, dass mehr Managementinhalte gegeben sind, als gedacht.

Das Bachelorstudium absolviert man in der Regel in sieben Semestern – sechs davon sind theoretisch, eines besteht aus einem Praxissemester bei einem Unternehmen im In- oder Ausland.

Der Aufbau sieht es vor, dass man Semester 1 - 3 an der Hochschule München absolviert, Semester 4 als Praxissemester bei einem Unternehmen macht, Semester 5 optional an einer Partneruni im Ausland und Semester 6 und 7 wieder an der Hochschule.

Hier möchte ich erwähnen, dass diese Reihenfolge ziemlich beliebig vertauscht werden kann und man bei der Gestaltung recht frei ist, solang man sich an gegebene ECTS-Hürden hält. Um ein Praktikum machen zu dürfen, benötigst du etwa eine bestimmte Zahl ECTS – sind die nicht erreicht, muss ein zusätzliches Semester eingeschoben werden. Auch das ist übrigens relativ geläufig und der Großteil der Studenten schließt das Studium in acht oder neun Semestern ab.

Die ersten drei Semester bestehen aus Grundlagen und hier brechen auch viele den Bachelor ab, weil sie merken, dass mehr Managementinhalte gegeben sind, als gedacht. Die letzten beiden Semester sind die, wo man endlich Schwerpunkte setzen und sich spezialisieren kann. Das letzte Studienjahr ist zweifellos das interessanteste mit vielen Exkursionen, spannenden Inhalten und zahlreichen Möglichkeiten einen Fokus zu setzen. In Semester 6 und 7 kommt man außerdem in Kontakt mit vielen Dozenten aus der Praxis, die nur für wenige Seminare und Fallstudien an die Fakultät kommen und von denen man wirklich viel lernen kann.

Du hast den Bachelor gerade abgeschlossen. Kannst du deine Hochschule für Studieninteressierte weiterempfehlen?

Grundsätzlich habe ich gerne an der Hochschule München studiert und bin mit meiner Studienwahl zufrieden, jedoch bringt Tourismus Management viele Vor- und Nachteile mit sich, die ich hier also in einer ProKontra-Liste darstellen möchte:

Pro:

  • viele Chancen ins Ausland zu gehen (Praxissemester und/oder theoretisches Auslandssemester)
  • riesiges Angebot an Partnerunis im Ausland
  • viele Managementinhalte, die Türen auch für andere Branchen öffnen
  • umfangreiches Sprachenangebot im Bachelor
  • riesiges Angebot an freiwilligen Fächern an der Hochschule, die belegt werden können
  • eigenes Fakultätsgebäude abseits der restlichen Fakultäten: sehr persönliche Atmosphäre
  • Möglichkeit sich im letzten Studienjahr zu spezialisieren

Contra:

  • Vollgepackter Stundenplan: Wer das Studium in Regelstudienzeit schaffen will, der hat die nächsten 3,5 Jahre ordentlich zu tun. Wem es egal ist, ob er ein oder zwei Semester länger braucht, der wird ein immer noch intensives, aber entspannteres Studium haben.
  • Viele Dozenten nicht (mehr) aus der Praxis: Es sollte so sein, dass alle Dozenten noch aktiv in der Praxis tätig sind, daher ist es auch eine angewandte Hochschule. Leider ist aktuell (2017) definitiv nicht so und viele Professoren haben sich schon lang in die Lehre zurückgezogen, was man am Lehrstil merkt.
  • ECTS-Hürden, ECTS-Nachteile im Auslandssemester: Wie bereits beschrieben ist das Studium zeitintensiv und alles folgt relativ knapp aufeinander. Es gibt in den ersten Semestern viele Hürden, die man zum „vorrücken“ überwinden muss und hier scheitern viele. Ebenfalls ärgerlich ist, dass man aus Auslandssemestern nicht genügen ECTS mitbringen kann, weil an den Partnerunis etwa nicht genügend Kurse angeboten werden. Dementsprechend müssen Kurse zurück in München nachgeholt werdet und das endet oft in einem zusätzlichen Semester.
  • Ein bisschen Tourismus, ein bisschen Management: Meine persönliche Meinung ist mittlerweile, dass ich gerne einen Studiengang gehabt hätte, der noch mehr Fokus auf touristische Inhalte legt und dafür Management kürzt. Dann dürfte der Studiengang vielleicht nicht mehr Tourismus Management heißen, aber sein Profil und auch das seiner Absolventen wäre deutlicher. Aktuell sind die Inhalte 50:50, was auch dazu führt, dass viele Arbeitgeber sich nicht so recht vorstellen können, was man hier lernt. Man kann am Ende alles ein bisschen, aber nur wenig richtig gut – aber so soll es tatsächlich auch bei vielen Bachelorstudiengängen sein.
Welche Interessen und Fähigkeiten sollte man deiner Meinung nach für den Studiengang mitbringen?

Liebe Interessenten, bitte studiert diesen Bachelor nicht, weil ihr so gerne reist.

Liebe Interessenten, bitte studiert diesen Bachelor nicht, weil ihr so gerne reist. Bei so vielen Erstsemestern ist der einzige Antrieb für diesen Studiengang ihre Liebe zum Reisen und der Wunsch nach einem internationalen Arbeitsumfeld. Genau diese Studenten verabschieden sich noch vor dem dritten Semester oder ziehen das Studium irgendwie zähneknirschend durch. Spart euch das! Tourismus Management ist, wie der Name schon sagt, ein Managementstudium und enthält deshalb allerlei Vorlesungen zu den Themen BWL, VWL, Wirtschaftsmathematik, Statistik, Buchführung und Bilanzierung, Steuerrecht, Kosten- und Leistungsrechnung ... Natürlich bestehen etwa 50 % aus rein touristischen Fächern, aber durch diese ganzen Management-Basics müsst ihr durch und wenn euch so etwas nicht liegt, dann wird das sehr hart werden.

Wer Tourismus Management an der Hochschule München studieren will, sollte ein Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge mitbringen und keine Todesangst vor Mathematik haben. Auch in Fächern wie Hospitality Management oder Reiseveranstaltermanagement werden Auslastungen kalkuliert, Stornopreise berechnet usw.

Viele der Absolventen bleiben übrigens gar nicht im Tourismus, sondern gehen in andere Branchen. Das ist mit diesem Studiengang möglich, dennoch ist der Abschluss laut vieler Arbeitgeber nicht auf dem Niveau von BWL. Wenn ihr schon wisst, dass euch Tourismus als Branche eigentlich nicht interessiert, dann doch lieber auf BWL setzen!

Durchhaltevermögen sollte man mitbringen, denn zwischenzeitlich ist das Studium zwar ganz schön hart und trocken, aber mit steigender Semesterzahl macht es auch immer mehr Spaß und begeistert richtig für die Tourismusbranche.

Laura, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten und auch gleich einen so wertvollen Tipp an die Studieninteressenten weitergibst!

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